I Wouldn't Change A Thing and Try Love (Coke Escovedo x Grant Santino)
Shownotes
Folge 74 der Disco Dudes ist ein kleiner Deep-Dig durch die DNA afroamerikanischer Tanzmusik: zwei Tracks, zwei Geschichten, zwei sehr verschiedene Wege auf den Dancefloor. Diesmal gehtâs von rarer UK-Disco mit Soulboy-Aura bis zu einer Latin-Jazz-Funk-Perle aus der Bay Area, deren Rhythmus spĂ€ter Hip-Hop-Geschichte schreiben sollte. Kurz gesagt: Diese Episode ist kein oberflĂ€chlicher Playlist-Talk, sondern eine liebevoll aufgedrehte Expedition in Sound, Szene, Sample-Kultur und die Magie von Platten, die weit ĂŒber ihren ersten Release hinausstrahlen.
WOLF GĂNG bringt mit Koki Escovedo â âI Wouldnât Change a Thingâ einen Track mit, der gleichzeitig elegant, warm und historisch aufgeladen ist. UrsprĂŒnglich 1976 erschienen, schwebt die Nummer irgendwo zwischen Latin, Soul, Jazz-Funk und Disco â und genau darin liegt ihr Zauber: nichts klingt geschniegelt, alles klingt lebendig. Die Percussion atmet, die BlĂ€ser setzen Glanzlichter, das Arrangement hat diese organische Tiefe, die sofort Bilder von verrauchten Clubs, offenen DJ-Sets und euphorischen TanzflĂ€chen erzeugt. Dazu kommt die groĂe Sample-Legacy: Das ikonische Intro wanderte spĂ€ter in Hip-Hop-Klassiker und Pop-Hymnen, aber hier hört man das Original in seiner ganzen Schönheit â roh, raffiniert und absolut zeitlos. Eine Folge fĂŒr alle, die wissen wollen, wie aus Groove Geschichte wird.
Kirk zieht mit Grant Santino & Family â âTry Loveâ ein Underground-Juwel aus dem Plattenkoffer, das sich anfĂŒhlt wie ein geheimer Code zwischen Disco-Heads, Boogie-Diggern und Leuten, die bei Perkussion sofort hellhörig werden. Der Track lĂ€uft nicht auf groĂe Gesten hinaus, sondern auf Sog: treibender Bass, dichte Percussion, Streicher, warme Chöre, ein Hauch HolzblĂ€ser â alles rollt, alles pulsiert, alles zieht langsam aber sicher tiefer rein. Dazu die irre Story hinter Grant Santino: eher Dance-Performer als klassischer Recording-Artist, verankert irgendwo zwischen britischer Soulboy-Kultur, TV-Disco und Showbiz-Handwerk. Genau deshalb hat âTry Loveâ diese besondere Energie â als wĂ€re der Song weniger aufgenommen als choreografiert worden. Ein One-Hit-Wonder mit zweitem Leben, wiederentdeckt von DJs, Sammlern und Menschen mit sehr gutem Geschmack.
đ Hier ein paar Links mit unserem Zeug â fĂŒr alle die ein wenig neugieriger sind:
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