Open your mind to Rapture (Blondie x Kleeer)

Shownotes

WOLF GÆNG beschäftigt sich heute mit: Rapture von Blondie – produziert von Mike Chapman in den United Western Studios in Hollywood. Der Mann hatte schon „Parallel Lines" gebaut, diesmal lockt er die Band aus New York raus in die kalifornische Sonne. Keyboarder Jimmy Destri findet zufällig Tubular Bells im hinteren Teil des Studios und wirft sie ins Arrangement – das gibt dem Track diese leicht gespenstische, außerirdische Aura.

Den Sax-Part spielt Tom Scott – einer der meistgebuchten Session-Saxophonisten des Planeten, daheim bei Whitney Houston, Joni Mitchell, Steely Dan. Für Blondie liefert er den Genre-Übersetzer zwischen New Wave und Bronx-Hip-Hop. Ohne dieses Tenorsax wäre der Bruch zu abrupt.

Grandmaster Flash sampelte Nigel Harrisons Bass noch im selben Jahr für „Adventures on the Wheels of Steel". Vorläufer des Ganzen: Funky 4 + 1 – „That's the Joint" – von Debbie Harry persönlich als ihr Rap-Erweckungsmoment genannt – und natürlich Sugarhill Gang – „Rapper's Delight". Zeitgleich im New-Wave-Kontext: The Clash – „The Magnificent Seven".

Im zweiten Teil stellen wir mit Keeer und „Open Your Mind“ einen weiteren Titel vor. Wir ordnen die Band in ihre Entwicklung zwischen Soul, Funk und frühem Boogie ein und sprechen über die Veröffentlichungsgeschichte des Songs, verschiedene Single-Fassungen und die Beteiligung von Musikern wie den Brecker Brothers.

Zum Schluss geht es um den Klang von „Open Your Mind“, um das Arrangement, die Breaks und die spätere Weiterverwendung des Stücks im Sampling- und Club-Kontext. Wir fassen den Song als eleganten Dancefloor-Track zusammen, der Offenheit, Groove und einen klaren musikalischen Spannungsbogen verbindet.

Hier ein paar Links mit unserem Zeug – für alle die ein wenig neugieriger sind:

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Transkript anzeigen

00:00:02: Herzlich willkommen zum

00:00:02: The Disco Dudes Podcast,

00:00:05: eurem allfreitaglichen Lieblings-Podcast zu.

00:00:12: Disco und mit Wolfgang Hase und Kirk

00:00:17: Dance!

00:00:28: Ihr Music Geeks & Party Peeps da draußen.

00:00:31: es ist mal wieder einer dieser Freitage an dem natürlich der The Disko Dudes podcast stattfindet mit dem Wolfgang in Karlsruhe und mir dem

00:00:40: Körg in Köln

00:00:41: Und ich begrüße ganz herzlich den Wolfgang weil ich ihn Solipabe und weil er gute Musik kennt, und uns davon gleich einen Track natürlich credenzen und anpreisen und analysieren wird.

00:00:55: Aber erstmal Hallo Wolfgang!

00:00:57: Wie geht's dir?

00:00:58: Was treibt das Leben mit ihr?

00:01:00: Mir geht es hervorragend nach so einem warmen Regen wie liebevoll du mich hier introduced.

00:01:05: Oh jetzt gehts mir richtig gut.

00:01:07: also ich freue mich des Lebens.

00:01:08: Ich freu mich besonders dich zu sehen heute Und ich freu' mich natürlich besonders wieder gute Musik ins Wochenende und in diesen Freitag zu bringen.

00:01:15: Das tun wir ja beide mit jeweils einem Song, wie das so in unserer Manier der Fall ist.

00:01:20: Nicht mal?

00:01:20: Wie ist es dir denn da in Köln in diesem Wunderschön?

00:01:23: Ja also jetzt wo der Podcast wieder läuft und wer um Musik sprechen isst immer alles gut weil Musik ist ja bekanntlich ein wohliger liebevoller Zufluchtsort, der einen hoffentlich inspiriert und mit schönen Gedanken ausstattet.

00:01:39: Da stimmt!

00:01:40: Ich starte dann einfach mal ein, weil ich nämlich heute die erste bin.

00:01:45: Wir gehen ins Jahr, und Inspiration ist ein super Thema.

00:01:49: Weil das ist hier bei diesem Song ganz besonders angesagt.

00:01:52: Disco ist ja offiziell tot!

00:01:53: Das wissen wir ja schon, dass es hinter uns liegt.

00:01:56: Und eigentlich ist Boogie angesagt aber eben auch eine Musikart.

00:02:00: die nennt sich New Wave.

00:02:02: Genau genommen dominiert sie sogar im TV, dass gerade mal ein paar Monate alt ist.

00:02:06: Irgendwo zwischen der South Bronx und dem East Village passiert etwas... ...dass die Welt noch nicht ganz versteht nämlich Hip Hop.

00:02:13: Noch kein Radio, noch keine Majordeals und noch keine Charts.

00:02:17: Und dann eine blonde Frontfrau, ein Hollywood-Studio, einen Saxophonisten-Genie und ein Song der alles auf einmal will.

00:02:25: Rapture von Blondi.

00:02:27: Blondy ist zum ersten Mal Debbie Deborah Harry die Sängerin ikonisch charismatisch und eine unglaublich starke Frontfraue mit viel Message und vielen künstlerischen Fähigkeiten.

00:02:39: Der Bhabie ist eine D-Figuren, an dem man fast die gesamte Verschiebung von Punk zu Disco zur Wave zu Popstar ablesen kann.

00:02:46: Geboren in Mayumi, als Angela Trimble wird sie kurz nach der Geburt adoptiert und lexte nur Jersey auf mit einem frühen Gefühl dafür dass Identität nicht selbstverständlich es ist sondern etwas das man sich erarbeiten und inszenieren muss.

00:03:00: In den späten Sechzigern zieht sie nach New York, jobbt als Kellnerin, Gogo-Tänzerin, Sekretärin sogar als Bunny im Playboy Club und steht gleichzeitig abends auf kleinen Bühnen zuerst mit der Folkgruppe The Wind in the Willows, später mit den Stilettos.

00:03:15: Dort lernt sie Chris Stankin – und aus der Achse entsteht hier die Band Blondie.

00:03:21: Ursprünglich eine kleine CBGB-Punkband mit Wochenendresidenzen mitten im gleichen Bioto wie die Ramones, Television oder Petty Smith.

00:03:30: CBGB ist ein Club, der in sozusagen die Gründungsstunde des Punk in New York beschreibt.

00:03:36: Er steht auf der Brewerie in Manhattan und er kompletten Namen des Clubs lautet eigentlich CBGBOMFUD, ein Akronym für Country Bluegrass Blues & Other Music for Uplifting Gormandizes.

00:03:51: Der Club gilt als die wichtigste Keimzelle des US-Punk.

00:03:55: Wir sind jetzt bei Punk und eigentlich bei den Disco Dudes.

00:03:58: Ihr werdet es noch merken manchmal geht das was Debbie schon früh anders macht als viele ihrer Zeitgenossinnen Sie behandelt Weiblichkeit offensiv als Performance.

00:04:07: Der Platin Blonde Bob, die roten Lippen, die Mischung aus vierziger Jahre Hollywood und schmutzigem Downtown-Punk – das ist nie natürlich sondern ein bewusst konstruiertes Bild.

00:04:17: Kulturwissenschaftlich beschreibt man da später eine Art performativen Feminismus.

00:04:22: Sie spielt Die Hot and Horny Woman aber auf eine Weise, die permanent die Rahmenbedingungen sichtbar macht.

00:04:27: Und du merkst diese Frau hat das Bild voll unter Kontrolle nicht das Bild.

00:04:32: sie Frühe Outfits sind aus improvisierten Materialien zusammengebaut, sie kleidet sich selbst für sich und nicht nach dem männlichen A&R-Blick.

00:04:41: Das hat für einigen Ärger gesorgt bei den Plattenfirmen, bei denen Sie unter Vertrag standen aber sie hat das bis zuletzt nämlich auch jetzt noch in den zweitausendern durchgehalten um nonkonformistisch für sich selbst zu sorgen.

00:04:52: In einem Umfeld in dem die Rockband noch fast automatisch Typen mit Gitarre hieß steht eine Frau die die Bandfront die Songs und die Bildsprache führt.

00:05:01: Und genau das wurde später für Madonna, Courtney Love, Lady Gaga oder Miley Cyrus durchaus zum Referenzpunkt.

00:05:08: Musikalisch spannt Debbie's Karriere einen krassen Bogen!

00:05:11: Mit Blondie gibt es erst die klassischen New York Punk-Sachen dann sehr schnell die Öffnung.

00:05:17: Reggae Online, Sixties Girl Group, Pop, Disco wie by Heart of Glass, Funk and Rap wie hier bei Rapture und Reggae & Calypso by The Tide is High einer Caravasion eines Reggie-Klassikers Alles durch die selbe Stimme gejagt.

00:05:29: In Interviews etwa in der Red Bull Music Academy Session mit Christine betont sie, dass Blondie sich nicht als Punkband verstanden netten sondern als Popgruppe, die einfach alles aufgreift was Sie in der Stadt erleben.

00:05:41: Punk im CBGB, Disco in den Clubs, Rap im South Bronx, Konstruktionen im Downtown Love.

00:05:48: Die Entscheidung, Disco und später Rap-Elemente wirklich zentrale in ihre Musik zu stellen beschreibt sie nicht als Marketing-Trick sondern als Konsequenz davon dass diese Musik Teil ihres Lebens war.

00:05:58: Das Erlebens mit dem sie sich rumgetrieben hat mit ihrer Band und ihren besten Freunden.

00:06:03: Parallel dazu baut sie sich eine eigene Solo- und Schauspielerkarriere auf.

00:06:07: In den achtziger Jahren arbeitet sie mit Nal Rodgers und Bernard Edwards im Cuckoo Mit HR DJ zwischen Body Horror und Pop Was fasst wie ein Kommentat zur eigenen Körperlichkeit?

00:06:17: erscheint.

00:06:18: Es folgen Solo-Hits wie French Kissen, I Want That Man, später Jazz Ausflüge mit den Jazz Passengers und Filmrollen bei David Cronberg und John Waters dem Film Hairspray insbesondere.

00:06:29: Den sollte man sich mal anschauen der macht nämlich echt Freude also genau dort wo Kultur und Kunstkino sich kreuzen.

00:06:35: dazu kommt ihr Aktivismus in der New Yorker Queer und AIDS Szene der Achtziger, Ihr Engagement für LGBTQ Plus Communities und Sexualität als Selbstbestimmungsthema, lange bevor das im Mainstream-Feminismus Standard war.

00:06:50: Der Song Rapture ist sowohl vom Titel als auch von der ganzen Aufbau-, Ästhetik eine Provokation und gleichzeitig ein gelungenes Meisterwerk.

00:06:58: Ich würde sagen wir hören jetzt einmal rein in das Intro in dem es da losgeht Und dann geht's weiter mit ein paar Details.

00:07:05: aus dem Studio und der Produktion Hört ihr, wie wunderbar diese Glocken im Hintergrund ihre Stimme quasi mitimitieren?

00:08:37: Wie die Bläser eigentlich nur Saxophone sich langsam aufbauen und so eine kleine Gegenmelodie hier zu bilden.

00:08:43: Das wird immer ein bisschen mehr und immer ein wenig mehr an dieser Offbeat-Handclap und fast schon ein bisschen Raggy sogar reinbringen obwohl es da gar nicht hingehört.

00:08:50: das ist wirklich sehr sehr detailreich und man sich vorstellt dass die herangehensweise einer Punkband dahinter steckt!

00:08:55: Ist das schon ganz schön ausgefuchst.

00:08:58: Kirk ich gehe davon aus, dass du diesen Song kennst.

00:09:01: was sagst du zu der Nummer?

00:09:03: Ja, brauchen wir gar nicht drüber reden.

00:09:05: absolute hip hop dna.

00:09:06: Wer von Mitte der achtziger an im hiphop Kontext sozialisiert wurde der muss sich zwangsläufig mit blondie und dem schaffen auseinandergesetzt haben und auch den anderen Protagonisten darum und überhaupt aus der ganzen era.

00:09:19: ich meine da ist auch etwas im Umfeld von Maclaren passiert.

00:09:25: Das war doch eine riesengroße Community, die sich mehr oder weniger mitbefruchtet hat und quasi hochgepusht hat immer in den neuesten innovativen Sounds.

00:09:34: Also da gab es eine tatsächliche Verwandtschaft, Marco McLaren zum einen und Fab Freddy Five zum anderen.

00:09:41: Und die waren mit der Band und vor allem aber mit Debbie Harry sehr eng und haben auch viel rumgetestet.

00:09:46: also Marko McLaren war ja auch jemand der ohne zu wissen dass er eigentlich Hip Hop macht, Hip Hop gemacht hat und Fab Freddie Five war dann der erste das wirklich natürlich zudem gebaut hat was wir als Rap und Hip Hop musikalisch kennen.

00:09:58: Produziert hat diese Nummer Mike Chapman, der Mann, der auch schon Hard of Glass und Parallel Lines gebaut hatte.

00:10:03: Diesmal bringt er Blondie von New York nach Hollywood in die United Western Studios in Kalifornien.

00:10:08: Er wollte unbedingt das hier aus dem Molloch von NewYork rauskommen und er hat extra des Studio etwas abseits von Los Angeles gewählt damit Abgeschiedenheit und Selbstfokussierung eine große Rolle spielen können.

00:10:19: Christine erinnert sich jeden Tag stehen wir auf Stolpern in die Gleisende Sonne und fahren im riesigen Mondmobil aus einem alten Science-Fiction Film vorbei, weil wir ja ein Hollywood sind.

00:10:29: Die ganzen Filmpulissen.

00:10:30: Tepern hatte für jeden Song das Albums Detaillierte Charts vorbereitet – ganz rigide Struktur als Produzent!

00:10:36: Riesenaufgabe da solche Vorgaben zu machen um diese Wilde... Punk nicht organisierten Musiker dazu zu bringen, wirklich straight sich an den ästhetischen Ideen dieses Albums zu orientieren und da auch drin zu bleiben.

00:10:49: Und trotzdem oder gerade deshalb entsteht am Ende das Experimentellstip Blondie-Album aller Zeiten!

00:10:55: Und dann noch dieser Saxophonist – natürlich nicht nur irgendein Saxophonieist.

00:10:59: Mike Chapman ruft Tom Scott an, eine der meistbeschäftigen Session-Saxophonisten des Planeten.

00:11:04: Whitney Houston, Paul McCartney, Steeley Danes seine eigenen Platten x-fach gesampelt.

00:11:08: Johnny Mitchell Michael Jackson und und und einer der ganz wichtigen und großen Saxophonen Spielleute seiner Zeit.

00:11:15: Scott Zapp sagt dazu, Producer Michael Chapman hat called me and said he wanted to add some horns for the Blondies Song.

00:11:22: Klingt nach Routine Sache wurde.

00:11:24: aber der ikonischste Saxeinsatz der Popgeschichte Wenn ihr euch das noch mal anhört, das ist eben nicht immer nur ein Tino-Saxophon sondern das sind gleich mehrere übereinander gespielt und es ist in keinem Teil des Stückes das Gleiche wie im Teil davor.

00:11:37: Er baut immer ein neues Melodiewerk oder eine neue Harmonie auf Basis von Saxophon und einen Saxophone Break und ein Solo dass man nicht schöner spielen kann.

00:11:47: Klemberg selbst war übrigens überrascht, was aus dem Track wurde.

00:11:50: Er erzählte wir nach dem Recording eine Party in seinem Loft-Schmiss gar nicht genau gewusst, was zu Ende produziert worden war, legt die Platte auf und die Gesichter seiner Gäste entglitten als mitten in Rapture der B. Harry anfing zu rappen!

00:12:03: Zu rappen?

00:12:04: Ja genau das war die Zeit, in der man Disco Musik und Rapmusik und alles das und New Wave gleichzeitig machen konnte in einem Song.

00:12:12: So frei war man damals in der Gestaltung und so wenig musste man sich an Klischees oder Genres halten.

00:12:17: Und genau das hat sie getan!

00:12:19: Debbie Harry Ratt, das hören wir uns an... Mein lieber Kirk, du bist der Experte von uns beiden.

00:13:35: Der größere Experte für Rapmusik!

00:13:37: Was sagst Du denn dazu dass eine Dame mitten aus Pop und Wave und Punk-Historie so ein Rap dahin legt?

00:13:45: Und uns einen Formars um deinem Invader erzählt?

00:13:48: Ich denke das kam in seiner Zeit Eigentlich richtig gut an, weil sie ja die Credibility der Street und eigentlich auch das ganze Umfeld des Jahr schon hatte.

00:14:00: Das zahlt ja auch auf solche Songs ein und macht sie populär.

00:14:04: Und deswegen bereiter dafür wie zum Beispiel Grandmasterflash and the Furious Thrive, The Meshlich.

00:14:09: Das hat den ähnlichen Vibe.

00:14:12: Merkel McLaren war eben erwähnt, dass hatten ähnliche Vibe etliche andere Tracks aus der Zeit, die quasi in dieser Kunstvollen Atmosphäre entstanden sind.

00:14:24: Ich denke, das hat mit der damaligen aus dem Disko kommenden DJ begründeten wirklich einen reinen Rap-Szene nichts gemacht.

00:14:38: Also es ist vielleicht später wäre das zu einem Thema geworden dass quasi eine Frau Dort quasi wie so ein Keil rein treibt in so eine Szene, weil alle halt völlig Testos der Ruhm gesteuert sind und ihr männliches Ego nach vorne spielen wollen.

00:14:54: Aber zu der Zeit als Repia entstanden ist, kommend aus dem Disco... Begründet durch den DJ, der quasi die Breaks, der Schallplatten hintereinander gelegt hat und daraus quasi Instrumental Tracks gemacht hat.

00:15:08: Da ja noch auch der MC war, der Ansagen gemacht hat vom eigenen Stück.

00:15:12: Daraus kommt oh man kann ja eine Message, eine Nachricht transportieren über den Track und dort quasi das MCing innoviert hat und es dann erst ja getrennt wurde dass eine extra MC auf der Bühne stand.

00:15:28: Aus dieser Idee kommt, aus dem Disco heraus glaube ich das es gar nichts wirkliches gemacht hat sondern dass er sogar ein totales Willkommen war für so eine

00:15:37: Entplotprätin.".

00:15:40: Das ist ja auch ganz lustig wenn man sich in der Wreckgeschichte mal irgendwie dann so in die Siebziger bewegt in denen das Ganze ja dann erfunden wurde.

00:15:47: da waren Frauen am Anfang sogar sehr entscheidende Figuren innerhalb der Rap-Szene.

00:15:52: das hat sie erst sehr später so super männlich entwickelt nämlich Die Label-Onerin von Sugarhill Gang.

00:15:57: Sylvia Robinson war ja ganz offensichtlich eine Frau.

00:16:00: Eine fantastische Musikerin und auch eine sehr gute Produzentin, gerade auf diesem Label gab es mit der Sequence eine Band die Female Rappers gefeaturet hat und das waren die ersten.

00:16:08: schon mit den siebziger Jahren als Rap erfunden wurde, waren direkt Frauen mit einem Start.

00:16:12: total toll!

00:16:13: Hat sich nur später irgendwie ne ganze Weile aus Machtgewohnheit der Musikindustrie verlagert bis dann über RMB Dann doch wieder mehr Frauen von Missy Elliott bis zu Cheers God in Hip Hop und RMB dieser Art wieder eingefügt haben.

00:16:26: Jetzt muss ich natürlich auf den Saxophonisten kommen, das ist ja gar keine Frage!

00:16:30: Tom Scott einer der größten in dem Chest Funk Bereich, den ich so kennengelernt habe mit wahnsinnig viel tollen Song und Sneak In From The Back ist wahrscheinlich sein bekanntester Assemblesong.

00:16:41: Er spielt über diesen statischen Boden, Blustöne und modale Licks auf dem Tino-Saxophone und das gibt im Ganzen eine bestimmte Wärme und Jazziness.

00:16:49: Es kommt noch mal ein Jorre dazu, damit's way für einen bisschen Punk.

00:16:52: Wir haben Disco wir haben Rap und jetzt kommt noch Chess oben drauf.

00:16:55: Völlig verrückt wie viel dieser Song vereint Mit Debbie Harry singt.

00:16:58: dann schafft der Sax einen Raum zwischen ihr und dem Vamp.

00:17:02: wenn der Rap kommt hat dieses Sax schon die Energie schon vorbereitet.

00:17:05: Da sieht er zieht leicht an, bevor sie anfängt zu rappen.

00:17:07: Das ist natürlich ein Geniestreich den so auch kaum einer nachgeholt hat.

00:17:11: Ich kenne kein anderes Stück das da mitbringt.

00:17:14: Mich hat der Song besonders gecashed, weil es eine der ersten Nummern war die ich als nicht identifizierbar irgendwo zwischen Rap und Disco empfunden habe.

00:17:22: Und sie ist irgendwie immer in meiner Lieblingsplattenkiste geblieben.

00:17:27: Weil wir über Tom Scott so viel geredet haben hören wir uns jetzt noch ein bisschen Saxophon an before Kirk und seine famous last words zu dieser wunderbaren Nummer gibt.

00:18:49: Da sind wir zurück.

00:18:50: Tom Scott hat es euch nochmal gezeigt, sowohl das Überleiten von Teil zu Teil noch mit dem fantastischen Solo-Crashbacken, Saxophonen, Tank, Rap, Wave, ihre Ideen am Schlagzeug... Also ist schon alles voll kirk!

00:19:03: Jetzt du noch mal feuerfrei bevor wir deinen wunderbaren Song kennenlernen.

00:19:07: also

00:19:07: da kann man eigentlich gar nichts mehr zu sagen dass Ding gehört in jede Sammlerplattenkiste und gehört vor allen Dingen auch gespielt weil ich es wirklich zeitlos finde.

00:19:16: Und man ist auch, ohne dass es übersetzt werden muss auf House Tunes oder irgendwie Edits.

00:19:21: Oder noch mit einem krasseren Beat drunter auch im Original total top funktioniert und sich auch in den Boogie Funk Soul Disco Set Top einreit gerade im Ramp-Up wenn man die Leute mal mit was besonderes abholen möchte.

00:19:34: und trotzdem das der so zu der Zeit damals populär war kennen ihn einige auch nicht und man kann die Menschen immer noch damit überraschen.

00:19:42: und übrigens dass der zu der Zeit damals top eins hit war zeigt ja auch das in der zeit wo die menschen unterwegs waren und diesen song gefeiert haben irgendwas mit den menschen passiert sein muss da sie das dann auch toll fanden, dass sie diese verbindung von verschiedenen einflüssen auf einmal gefeuert haben.

00:20:00: Dass sie aufforschen und denken so oh es passiert was.

00:20:03: also?

00:20:03: ich denke das hört man dem Song eindeutig.

00:20:05: Ja

00:20:05: das ist super dass du das ansprichst das sind mir ganz besonderes phänomen finde ich auch.

00:20:08: der is natürlich etwas sperrig, wenn man in ihnen das allererste mal hört im Vergleich zu manch anderem Song.

00:20:13: Und gleichzeitig ist er so hochwertig aber auch so attraktiv gewesen für die Menschen dass es ein Mainstream Erfolg wurde obwohl er total aus dem Underground mit einer ziemlich weirden Idee von Vermischungen angekommen ist und das finde ich auch wahnsinnig beeindruckend.

00:20:27: Kirk du hast natürlich wieder deep gedickt in deinem wunderbaren Plattenkoffer und hast uns eine tolle Nummer auch mitgebracht!

00:20:33: Ich bin sehr gespannt zu hören welcher Song es ist und was dir daran so sehr gefällt dass du ihn uns zeigen möchtest,

00:20:41: feierfrei.

00:20:41: Ja okay ihr tut's da draußen.

00:20:43: also mein Song der kann natürlich nicht mit solchen tollen Schadplatzierungen mithalten.

00:20:47: allerdings machen wir bei dem würde ich sagen die Köpfe auf.

00:20:50: im wahrsten Sinne.

00:20:51: Open Your Mind von Clear habe ich mitgebracht und Clear schreibt sich mit drei E weil ein normales Clear für diese Band offenbar nicht fangend genug war.

00:21:03: Der Track stand von neunundsebzig und befindet sich auf dem zweiten Clear Album namens Winners erschienen auf Atlantik.

00:21:11: Als Song ist Open Your Mind ein schönes Beispiel dafür, wie Clear an der Nahtstelle zwischen Discord, Soul & Funk und dem frühen Boogie Sound gearbeitet hat.

00:21:21: Nicht überladen nicht hysterisch sondern sehr elegant elastisch um diesem typischen New York Studio Glanz, der sofort sagt hier spielen Leute die nicht nur Songs schreiben sondern Grooves erfinden!

00:21:33: Die Single Open your mind wurde ausgekoppelt in den USA gekoppelt mit Rolling On.

00:21:40: Die Seven Inch Fassung ist natürlich deutlich kompakter als die Album-Version, also Airfare Radio und Jukeboxes Plays.

00:21:47: Ja, Juke boxes, die gab es damals noch wo man so Tasten drucken konnte.

00:21:50: und dann hat er zu den Armen den in so einer Maschine drauf gelegt und automatisch abgespielt stand öfters mal in Bars und so rum.

00:21:58: Und ja!

00:21:59: Es gibt auch eine Twelve Inche.

00:22:00: allerdings besonders spannend ist die britische Auskoppelung Winners auf der A Seite und Open Your Mind auf der Flipseite.

00:22:07: In den US-RMB-Charts tauchte der Song auch auf, und dort kam er bis zu Platz sixundachtzig.

00:22:16: Kein Mega-Hit aber so ein Track, der unter DJs sammlernden und Sampledingern deutlich länger weitergelebt hat als manch größere Chartsingle die da draußen unterwegs ist.

00:22:27: Die Bandgeschichte von Clear ist sowieso herrlich nördig.

00:22:32: Angefangen hat das ganze Anfang der Siebziger in New York als Begleitband im Umfeld von The Choice Four.

00:22:39: Der Kern, Woody Cunningham an Stimme und Rums, Norman Durham am Bass Richard Lee an die Gitarre und Paul Crutchfield an den Percussion und Keyboards.

00:22:51: Bevor daraus clear wurde lieferten sie Songs diese unter dem Namen the Jam Band und Pipeline veröffentlichten Und dann wurde es richtig interessant.

00:23:01: Mitte der Siebziger landeten sie im Orbit von Patrick Adams und Greg Carmichael, und wurden zur Live- und Studioenergie hinter den Universal Robot Band.

00:23:13: Das ist schon fast so eine kleine Discoarchäologie Ausgrabung – von Hartfunk & Disco Experience Direct rein in diesen präzise designten Atlantic Sound!

00:23:26: Ab neunundsiebzig nahm Clear für Atlantic eine ganze Reihe Album auf.

00:23:31: I love to dance, winners!

00:23:33: Später license to dream, taste the music get ready, intimate connection und secret natürlich auch mit drei E geschrieben.

00:23:45: Ihre größeren ARB Momente kamen mit Nummern wie Tonight's The Night Winners & Get Tough.

00:23:51: aber Clear waren nie nur Chartpositionen.

00:23:54: sie waren Er diese Musikerband, Tide Warm, Geschmackssicher mit Bass, Keys, Vocals und Percussion immer genau an der richtigen Stelle.

00:24:06: Allerdings immer im Design-Studio Cosmos.

00:24:09: Bei Open Your Mind liegt das Tempo ungefähr bei hundertdreizend BPM.

00:24:14: Es oszelliert so ein bisschen mal bar BPMs hoch, mal runter weil es natürlich nicht tight sequenz war sondern von einer Live Band gespielt.

00:24:21: Perfekt für diesen Zwischenraum.

00:24:23: Nicht ganz Disco High Speed, nicht Slow Jam sondern ein geschmeidiger Boogie Floor Groove wie wir das ja so schön finden.

00:24:31: In den Credits zum Track stehen Norman Dahem und Woody Cunningham als Komponisten.

00:24:38: produziert wurde das Ganze von Clear und Dennis King Und die Besetzung liest sich wie ein kleines New York Funk Orchester.

00:24:45: Woody an den Drums, Norman mit Stimme & Bass Fundament Richard Lee an der Gitarre Paul Crutch fiel an den Percussions dazu, Keyboards, Background Vocals, Bläser und Streicher.

00:24:57: Und unter anderem mit Namen wie Randy Breaker, John Faddis Michael Breaker und Carlos Franzetti.

00:25:05: Das erklärt diese Mischung aus Clubgroove und schon irgendwie luxuriösem Soul-Arangement.

00:25:10: Zackbumm!

00:25:11: Ein Track dessen Titel eine Ansage auch für den heutigen Zeitgeist ist Open your mind.

00:25:18: Ich finde, genügend Menschen da draußen sollten mal offener sein.

00:25:23: Offener zu allem!

00:25:23: Naja... Lass uns reinhören in Open Your Mind von... Da hört man der Nummermal die JS-Funkbesetzung an wie ich finde.

00:28:16: das Arrangement finde ich sehr gelungen.

00:28:18: und wenn man aus diesen fungigen, jasigen eigentlich nicht buggy Rhythmus rauskommt aber trotzdem dieses buggy Gefühl hat.

00:28:25: Und das dann eben in den Referent wechselt gibt es die ganz klare Referenz mit dem typischen Disco-Bass.

00:28:32: Mit diesem ... Das ist dann die Referenz zur Disco und zu der Zeit.

00:28:38: Aber die Auflösung halt in einer Weiterentwicklung.

00:28:40: Ich find' dass hat die Band hervorragend gemacht.

00:28:44: Wolfgang Kennst du den Song und magst du ihn?

00:28:48: Was hast du dazu zu sagen.

00:28:49: Ich kenne den Song nicht, ich verehre Clear.

00:28:52: Wenn ich aufgelegt habe meistens tatsächlich A Love to Dance gespielt was bei Clear finde ich total faszinierend.

00:28:57: es ist gelernt und aufgewachsen unter Patrick Adams und gleichzeitig aber wesentlich grunder und musikalischer auch geworden als das was sie dort gelernt haben und das gefällt mir sehr gut.

00:29:08: diese Weiterentwicklung wie Du sie auch benenst Und natürlich die Brecker Brothers.

00:29:12: Das kann man natürlich nicht weglassen.

00:29:14: Michael Bracker und sein Bruder für Silly Dan, die signifikante Blaser-Section, die dort alles mit eingespielt hat – das macht auch ein bisschen klar welches Geist des Kinder sind!

00:29:23: Natürlich kommen sie aus einem sehr intelligent gespielten Jazzfangbereich mit Dave Stamborn gearbeitet, mit Herbie Hancock gearbeitet.

00:29:30: Und das setzt genau die richtige Note noch mit drauf auf das was clear offensichtlich als Sound- und Songkonzept so vorhatten.

00:29:37: Ein richtig schöner Dancer mit total guten Breaks, die das Ding noch mal sanfter machen.

00:29:42: Einen Wiederaufbau geben was den Dancefloor auch mal so ein bisschen spannend macht innerhalb eines Songs einen Energieabfall ohne die Spannung zu verlieren.

00:29:51: Wundervoller Song und ich freue mich sehr dass du ihnen dabei hast!

00:29:54: Ja und es grenzt in und wieder mal... Leicht am Kitsch löst es aber nicht im KitsCH auf.

00:30:00: Es ist dann liebevoll und dann wird das wieder hart, und es ist wie so eine Wellenentwicklung.

00:30:05: Ist es wie so ne sanfte woelige musikalische Welle die in Raum erfüllt als würden sie einen an die Hand nehmen.

00:30:12: Und dann kommt die zweite Lebensphase des Songs natürlich Sampling Vollplay greifen open your mind die reinen neunzig im jungle breakbeat Kontext auf perfektes Beispiel die sol funk groves plötzlich in der rave Generation weiter atmen.

00:30:28: später taucht der track bei sam the kids in oricado und bei grufmada rund um captain sensual off.

00:30:37: außerdem gibt es eine neuere klubversion quasi ein remake mit dem Joey Negro bzw.

00:30:44: Dave Lee Secret Mix, der Open Your Mind noch einmal in Richtung ganz deutlich Disco House mutieren lässt.

00:30:52: Für mich ist Open Your mind der Clear Moment kein plakatives Feuerwerk sondern ein Track, das eine Wirkung und Überhaltung bekommt.

00:31:01: Locker bleiben, Kopf auf!

00:31:03: Groove und Liebe reinlassen – that's the message.

00:31:07: Mic Drop

00:31:07: Das ist eine gute Message, das mit Love.

00:31:10: Das nehme ich sofort!

00:31:12: Vielen Dank dass ihr wieder dabei wart und jetzt verabschieden war ich ins Wochenende.

00:31:15: Ein Wochenende mit hoffentlich ganz viel guter Musik, mit viel Tanz und mit ganz ganz viel Liebe.